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Aktuelles


20. Juli 2020
 
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„Live ist immer am besten“

Austausch und Dialog im Teilnehmerkreis der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“

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Wir über uns

Wir bereiten der Geothermie den Boden
Wir sind zwölf Geothermie-Unternehmen: kommunale und privatwirtschaftliche Energieversorger, die seit bis zu 20 Jahren Fernwärme aus Tiefengeothermie an unsere Kunden liefern. Wenn die Temperatur der Erdwärme dies hergibt, produzieren wir zudem grünen Strom. Wir beweisen 365 Tage im Jahr, egal ob die Sonne scheint oder der Wind weht: Geothermie ist marktreif, Geothermie kann Wärmewende.

Wir sehen jetzt die Chance, das Potenzial der Geothermie für die Wärmewende in ganz Deutschland zu nutzen. Daher haben wir uns zusammengeschlossen in der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“.

Unterstützt werden wir dabei von Unternehmen der Bau- und Zulieferindustrie, von Verbänden und vom Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG. Wir sind offen für weitere Mitglieder.

Gemeinsam wollen wir einen Impuls geben, an Kommunen und Stadtwerke deutschlandweit, an Verantwortliche in Landes- und Bundesministerien, an Wirtschaftsforschungsinstitute und weitere Multiplikatoren: Geothermie hat ihre Effizienz für die Wärmewende nachgewiesen. Sie ist die schnellstmögliche Lösung, um städtische Regionen CO2-neutral mit Wärme zu versorgen.

Geothermie steht grundsätzlich allen Menschen in Deutschland zur Verfügung:

  • Geothermie ist grüne Fernwärme
  • dekarbonisiert vorhandene Wärmenetze
  • schafft Wertschöpfung in Deutschland
  • und verringert Energieimporte

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Aus Erfahrung mit Geothermie

 

Im Interview

Bodenschatz Geothermie

Diese Wärme ist immer da

Geothermie ist völlig unabhängig von Jahres- und Tageszeiten sowie von Wetterereignissen jeder Art und daher grundlastfähig. Geothermie senkt die CO2-, Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen und verbessert so spürbar die Luftqualität. Als heimische Energie ersetzt sie teure Erdöl-, Erdgas- und Steinkohle-Importe und schafft Wertschöpfung in Deutschland.
Geothermie deckt auch den zunehmenden Kältebedarf in Ballungsräumen ab, über wärmebetriebene Kältemaschinen oder eigene Kältenetze, und kann bei Bedarf auch elektrische Regelenergie regional bereitstellen.

Geothermie ist wirtschaftlich in einem Temperaturbereich von 0 bis über 150 °C nutzbar. Und: Die Wärmeverteilung ist erprobte Technologie seit über hundert Jahren.

Das Potenzial der Geothermie für die Wärmewende

Energieverbrauch in privaten Haushalten: 70% fürs Heizen

„Die Raumwärme macht rund 70 % des Energieverbrauchs in Haushalten aus, da über die Jahre unter anderem die zu beheizende Wohnfläche zugenommen hat.

Erdgas und Heizöl weisen hier den höchsten Verbrauch auf, auch erneuerbare Wärme wird verstärkt in diesem Sektor eingesetzt.
Eine spezielle Darreichungsform von Wärme in diesem Sektor ist Fernwärme aus fossilen und erneuerbaren Brennstoffen.“

https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energieverbrauch-nach-energietraegern-sektoren

Tiefe Geothermie für Nordwesteuropa

„Heißes Wasser aus der Erde soll als klima- und umweltfreundlicher Wärmelieferant etabliert werden. Unter der Federführung des Geologischen Dienstes NRW bringen 18 Partner aus sechs Ländern in dem EU-Interreg-Projekt „Roll-out of Deep Geothermal Energy in North-West Europe“ ihre Kompetenzen zusammen. Bis Ende des Jahres 2022 sollen die geologischen Potenziale in Nordwesteuropa erkundet, die Leistungskraft bestehender Geothermie-Anlagen verbessert und das gesellschaftliche Bewusstsein für die tiefe Geothermie gestärkt werden. Grüne Energie auch für Nordrhein-Westfalen!“

https://www.gd.nrw.de/ew_pj.htm

Importabhängigkeit verringern

„Importiert werden vor allem die Energieträger Mineralöl, Gas, Steinkohle und Uran. Uran zur Kernenergienutzung wird zu 100 % eingeführt, ebenso wird Mineralöl vollständig aus dem Ausland bezogen. Auch Erdgas wird zum größten Teil importiert. Die inländische Produktion von Steinkohle wurde 2018 beendet. In den kommenden Jahren wird Deutschland nicht nur bei den Energieträgern Uran und Steinkohle, sondern auch bei Erdöl und Erdgas vollständig auf Importe angewiesen sein. Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, sollten erneuerbare Energien weiter ausgebaut und Lieferländer und Transportstrukturen diversifiziert werden. Auch das Einsparen von Energie hilft, genügend Energieträger verfügbar zu halten.“

https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/primaerenergiegewinnung-importe

NRW: Jeder achte Neubau heizt bereits mit Erdwärme

„Geothermie garantiert eine stabile Grundversorgung an Energie und kann – anders als Wind- oder Solarenergie – jederzeit genutzt werden. So ergänzt sie als klimafreundliche und unerschöpfliche Energiequelle den Mix der Erneuerbaren Energien optimal. In NRW könnte die Hälfte des Wärmebedarfs für Wohnhäuser mit erneuerbarer Geothermie gedeckt werden. Gebäude, die mit Wärme aus der Erde beheizt werden, sind in Nordrhein-Westfalen inzwischen sehr verbreitet – bereits in jedem achten Neubau wird eine Erdwärmeheizung verbaut.“

Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V

https://www.lee-nrw.de/themen/geothermie/

Europa bei Geothermie führend

„Europa ist ein führender Markt für geothermische Fernwärme- und Kühlsysteme. Im Jahr 2019 gab es 5,5 GWth installierter Kapazität in 25 europäischen Ländern, wobei im Vergleich zu 2018 viele neue Projekte in ganz Europa geplant sind.

Der Status der geothermischen Fernwärme und Fernkühlung spiegelt ein stärkeres Interesse an dieser erneuerbaren Ressource und die Möglichkeit wider, sie fast überall in Europa, das 25% der EU-Bevölkerung umfasst, einzusetzen.“

https://www.geothermie.de/aktuelles/nachrichten/news-anzeigen/news/egec-veroeffentlicht-den-european-geothermal-market-report-2019.html?tx_news_pi1%5BactbackPid%5D=10&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a72ff2a79db1a04dd0ad488580964c58

Zahlen und Fakten

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Zahlen und Fakten

Schiefes Spielfeld

 

Die Zwei-Klassen-Gesellschaft der Bodenschatz-Nutzung

Die Tiefengeothermie hat enorme Vorteile für die Wärmewende. Diese Vorteile sind belegt und anerkannt. Wir Geothermie-Unternehmen zeigen dies jeden Tag.

Dennoch ist die Tiefengeothermie bisher eher in der Nische tätig. Woran liegt das? Was hindert die Tiefengeothermie bisher, in die Fläche zu gehen?

Der Grund ist einfach: Das „ökonomische Spielfeld“ ist schief. Geothermie muss – um im Bild zu bleiben – ständig den Berg hochspielen. Diverse Ungleichbehandlungen verdrängen die Geothermie bzw. lassen sie gar nicht erst rein.
 

Vier Beispiele für die Zwei-Klassen-Gesellschaft der Bodenschatz-Nutzung:

 

Ein ebenes Spielfeld muss her

Jetzt ist Zeit, die Weichen für die Wärmewende neu zu stellen. Dafür braucht es die passenden Rahmenbedingungen. Denn EEG, KWK-Gesetz und Mietrechtsänderungs-Gesetz haben die Geothermie nur unzureichend auf dem Schirm. Da ist noch viel Luft nach oben, um gleiche Startbedingungen herzustellen.

Kommunen und Unternehmen brauchen jetzt wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um die Wärmewende effizienter und stromsparender voranzubringen.

Eine ganz wesentliche Richtungsentscheidung war Anfang 2020 die Gründung des Fraunhofer Instituts für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG. Wesentliche Bestandteile der Einrichtung sind die Integration des Internationalen Geothermiezentrums Bochum (GZB) in die Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Aufbau zweier weiterer Einrichtungsteile zu Energieinfrastrukturen in Cottbus und zur Sektorkopplung in Jülich. Das Fraunhofer IEG wird zudem an den Außenstellen in Aachen/Weisweiler und Zittau forschen.


Jetzt haben wir die große Chance zur Wärmewende

Denn auch Corona lehrt uns: Fundament unseres Zusammenlebens ist eine autarke, regionale Wertschöpfung. Die Tiefengeothermie IST eine autarke, regionale Wertschöpfung – sie macht uns unabhängig von Energieimporten aus politisch instabilen Regionen.

Geothermie kann nicht exportiert werden, sie muss nicht importiert werden. Geothermie ist vor Ort immer da.

Die Förderung der Geothermie ergibt ganz grundsätzlich in folgenden Bereichen Sinn:

  • Forschung in den Bereichen geologische Reservoirs, Exploration und Speicherung
  • Fündigkeitsfonds zur Absicherung des Fündigkeitsrisikos
  • „Ebenes Spielfeld“ für Bau und Betrieb geothermischer Anlagen
  • Förderung, wenn Privathaushalte von einer bisher fossil zu einer geothermisch betriebenen Heizung wechseln
  • Förderung von Verbundleitungen zwischen Geothermie-Heizwerk und Fernwärmenetz und zwischen Fernwärmenetzen
 

Jetzt das Richtige tun

Masterplan Geothermie


In der Bayerischen Molasse sind die geologischen Bedingungen für die Nutzung der Tiefengeothermie besonders gut. Dies hat die Politik erkannt – und sie handelt.

So verkündete Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Oktober 2019 in München einen Masterplan Geothermie: „Die Geothermie muss raus aus dem Dornröschenschlaf. Mit der Geothermie haben wir einen Schlüssel für die Wärmewende in der Hand, den wir nur umdrehen müssen“.

Mit dem Masterplan für Geothermie will Aiwanger das Potenzial dieser Technologie weiter entwickeln und die weitere Erschließung der Tiefenwärme ermöglichen. Bis 2029 soll die Vernetzung der Geothermie in Bayern durch drei neue Transportleitungen verbessert werden. mehr erfahren

Auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt laufen zahlreiche Projekte, um das Potenzial der Tiefengeothermie zu heben.

Wenn wir jetzt das Richtige tun, nutzen wir das Potenzial der Geothermie für die Wärmewende. Mit der Geothermie bringen wir die Wärmewende in die Offensive

Warum ist die Vernetzung von Fernwärmenetzen so wichtig?

Die Geologie einer Region ist vollkommen unabhängig davon, ob oberirdisch eher städtische oder eher ländliche Strukturen sind. So können die Voraussetzungen für die Nutzung der Tiefengeothermie in ländlichen Regionen durchaus da sein – in einer Region also, wo wesentlich weniger Wärmeabnehmer sind als in einem städtischen Ballungsraum. Es kommt also darauf an, die geothermisch erzeugte Fernwärme dort zu nutzen, wo viele Wärmeabnehmer sind – das heißt in den Wärmesenken der städtischen Ballungsräume.

Genau dafür braucht es Verbundleitungen. Denn durch den Bau dieser Verbundleitungen können Fernwärmebedarfsgebiete mit Erdwärme versorgt werden, die außerhalb des geothermischen Potentialgebiets liegen.

Der Vernetzung von Fernwärmenetzen und den Verbundleitungen von Bohrungen zu Fernwärmebedarfsgebiete kommt daher eine Schlüsselrolle zu.

Die Vernetzung von Fernwärmenetzen


Ein Beispiel: Die Stadtwerke München haben sich zum Ziel gesetzt, die Fernwärmeversorgung in München CO2-neutral zu realisieren.

Den wesentlichen Beitrag dazu soll die Geothermie liefern: über weitere Bohrungen und die Vernetzung mit kommunalen Geothermieprojekten im Umland.
Genau diese Konstellation ist auch in vielen anderen deutschen Ballungsräumen sinnvoll und möglich.

Die gemeinsame Energie von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Die Wärmewende gehört zu den Top-Themen in Deutschland und Europa – ökologisch, ökonomisch und sozial. Gerne möchten wir mit Ihnen im Gespräch erörtern, welche Wege Sie in Ihrem Handlungsraum sehen, um das Potenzial der Geothermie zu heben.

Nach menschlichem Ermessen ist die Tiefengeothermie unerschöpflich. Nutzen wir sie!

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.

Mediathek

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Zweiseiter Infografik

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Pressemitteilung von AGFW, BEE und Bundesverband Geothermie

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Pressemeldung zum Start der deutschlandweiten Initiative

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FAQ

1Funktioniert Geothermie auch außerhalb der bayerischen Molasse?
Und wie! Unsere Nachbarn in Holland, Frankreich und Italien liefern den besten Beweis dafür – auch ohne Molasse. Und auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Bundesländern stellt die Politik die Weichen für die Geothermie. Die Erde liegt uns zu Füßen, und egal wo wir stehen, es ist überall Wärme da.
2Bisher stehen hinter der Geothermie oft wohlhabende Kommunen? Ist Geothermie auch flächendeckend wirtschaftlich darstellbar?
Genau das ist ja der Punkt: Werden die fossilen Energieträger auch weiterhin dreimal so hoch gefördert wie die Geothermie, bleibt’s schwierig für die Wärmewende durch Geothermie. Erst wenn das Spielfeld für die Energieträger gleich ist, kann und wird auch die Geothermie punkten. Wenn Bund und Länder jetzt beginnen, in der Klimakrise so wie in der Corona-Pandemie den Wissenschaftlern zu folgen, werden sich ganz schnell die Rahmenbedingungen positiv ändern – und dann ist die Geothermie mehr als wettbewerbsfähig zu Kohle, Öl und Gas.
3Die Corona-Folgekosten fordern die Finanzhaushalte über Jahre. Bleibt da überhaupt noch Fördergeld für die Geothermie über?
Corona hat uns gezeigt, wie entscheidend wichtig zukunftsfähige Wertschöpfung im eigenen Land ist. Die Nutzung der heimischen Geothermie ist ein Paradebeispiel dafür. Denn die Geothermie ist der „hidden champion“, den Deutschland zur Wärmewende dringend braucht, hocheffizient und unerschöpflich. Geothermie liefert Wertschöpfung vor Ort und ist absolut krisenfest. Was kann es Besseres geben als verlässliche Kennzahlen, auch und gerade für die Politik? Die Frage ist: Wo allokieren wir weltweit unser Geld? Denn Geld ist da. Bisher schauen Politik und Kapital aufgrund der weiterhin geltenden Rahmenbedingungen immer noch viel zu wenig auf die Chancen der Erneuerbaren Energien. Die Klimakrise wird alles bisher Dagewesene an Dramatik und Folgekosten übertreffen. Da geht’s ums Ganze unseres Planeten, und der Einzelne wird nur mit der Gemeinschaft erfolgreich sein. Die Erneuerbaren Energien und vor allem die Geothermie haben hier ein unerschöpfliches Potenzial, um die Klimakrise zu meistern. Dieses Potenzial kann genutzt werden. Voraussetzung dafür: eine ebene Spielfläche für die Erneuerbaren Energieträger.
4Hat in den großen urbanen Gebieten in Deutschland wie Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Stuttgart, Berlin oder Hamburg Geothermie eine Chance? Können mit Geothermie da auf Dauer die Fernwärmenetze dekarbonisiert werden?
Und ob! Erdwärme steht auf allen Stockwerken der Erde zur Verfügung. Führend sind wir ja schon bei der oberflächennahen und hydrothermalen Geothermie. Wir verfügen in Deutschland über ausreichend Ingenieur Know-How, um dies auf alle Stockwerke im Untergrund erfolgreich auszudehnen. Zudem ist Vernetzung das Erfolgsrezept. Wenn wir geothermische Wärmeerzeuger und andere Abwärmequellen mittels Netzen verbinden, können wir den Verbrauchern regenerativ erzeugte Wärme in den Ballungsgebieten großflächig zur Verfügung stellen.
5Welches Ziel verfolgt die Initiative „Wärmewende durch Geothermie“?
Wir Geothermie-Unternehmen betreiben Daseinsvorsorge und tragen gleichzeitig zur Erreichung der Klimaschutzziele bei. Wenn jetzt die richtigen Förder-Entscheidungen durch die Politik getroffen werden, erspart dies der Gesellschaft hohe Strafzahlungen an die EU. Klar, wir Geothermie-Unternehmen sind bisher noch vergleichsweise wenige. Doch wenn die ebene Spielfläche hergestellt ist, werden viele Kommunen mit ihren Stadt- und Gemeindewerken und auch die Privatwirtschaft verstärkt auf die Nutzung der Geothermie setzen. Damit sinken dann die Stückkosten für Exploration, Bohrung, Bau und Erzeugung. Genauso war es ja auch bei den PV-Herstellern. Und wir Geothermie-Unternehmen haben natürlich auch etwas davon.
6Kommunen dürfen doch nach Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern nur so viel Energie erzeugen, wie sie selbst verbrauchen – Stichwort Daseinsvorsorge. Wie soll das funktionieren, dass kleine Kommunen Wärmeenergie an große Wärmeabnehmer verkaufen?
Ja, diese Begrenzung aufs Gebiet der Kommune muss geändert werden. Die heutige Definition der Daseinsvorsorge kennt die Nutzung von Bodenschätzen noch nicht, aber in diesem Falle ist das elementar wichtig. Der Gesetzgeber sollte sich hier nach den Erfordernissen der Gesellschaft richten und bisherige Mechanismen und Gesetze permanent auf die Praktikabilität hin überprüfen. Manche Bundesländer haben dieses Thema bereits gelöst, in Bayern ist hier noch Handlungsbedarf.
7Die Geothermie-Branche hat einen eigenen Bundesverband – warum gibt es jetzt zusätzlich die Initiative „Wärmewende durch Geothermie“?
Der Bundesverband Geothermie macht eine großartige Arbeit. Aber die Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ kommt von den Praktikern, von denen, die tatsächlich Geothermie-Projekte in einen soliden unternehmerischen Betrieb überführt haben. Wir sind erfahrene Unternehmer in der Versorgungswirtschaft und kennen den langjährigen Betrieb geothermischer Produktionen, Netze und Endkundenbeziehungen aus der Praxis. Da fällt es uns natürlich leicht, über die positiven Effekte aus dem Geothermie-Betrieb zu berichten. All die konkreten Frage nach Investitionsvolumen, Wirtschaftlichkeit, Risikobetrachtung und Vertriebserfolgen können wir so aus der täglichen Praxis transportieren.
8Die meisten Geothermie-Unternehmen heute sind kommunale Energieversorger. Ist die Nutzung der Geothermie auch etwas für die Privatwirtschaft?
Die Wärmeverteilung gehört zur Daseinsvorsorge, ist eine langfristige Investition und geht über mehr als eine Generation. Dieser Zeithorizont „kollidiert“ manchmal mit der Gewinnorientierung von Privatunternehmen – aber natürlich sind auch Privatunternehmen als Geothermie-Energieversorger unterwegs. Zudem wird die Wertschöpfung im Bereich der Herstellung von Geothermieanlagen, des Fernwärmenetzbaus, des Ausrüstungs- und Servicegeschäfts vollständig von privatwirtschaftlichen Unternehmen erbracht. Auch für kommunale Gesellschaften gelten die Bedingungen der Kapitalgesellschaften, als Energieversorger sowieso. Kommunale Energieversorger stehen als systemkritische Infrastruktur für Lieferung 24/7, das hat mit Verwaltung wenig zu tun. Der Renditeanspruch mag sich unterschiedlich darstellen, aber das ist lediglich ein Rechenexempel. Wohlhabende Kommunen sind aufgrund ihrer Gewerbesteuereinnahmen in der Lage, Wärmewende aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Damit das flächendeckend auf Bundes- und Landesebene funktioniert, braucht es die ebene Spielfläche – dann können Geothermie-Unternehmen erfolgreich starten und dauerhaft erfolgreich wirtschaften.
9Wie ist die Geothermie bei der Wärmewende im Vergleich mit anderen regenerativen Energien einzuschätzen?
Jede Erneuerbare Energie trägt zur Energiewende bei – es ist immer nur zu entscheiden, in welcher Anwendung. Geothermie hat bei der Wärmeversorgung die allerbeste Effizienz: 90% der aus Geothermie produzierten Energie landen im Heizkörper des Endkunden. In der Energieeffizienz ist die Geothermie „Weltmeister“. Natürlich ist Geothermie nicht das „Allheilmittel“ der Wärmewende – ebenso wenig wie jede andere Form der Erneuerbaren Energien. Lassen wir die Zahlen sprechen, jeder hat seinen Platz im Orchester der Erneuerbaren Energien.
10Elementare Komponenten der Tiefengeothermie wie Tiefenpumpe und Frequenzumrichter müssen aktuell bei amerikanischen Unternehmen eingekauft werden, die sonst die Öl- und Gasindustrie beliefern. Hat die deutsche Industrie die Chance, in den Markt der Geothermie-Technologie zu investieren?
Aber ja. Denn bei der Wärmewende durch Geothermie sprechen wir nicht über ein paar zusätzliche Bohrungen, sondern langfristig über hunderte Bohrungen, die zur Erreichung der Klimaschutzziele nötig sind. Es gibt ja auch noch kaum einen Wasserstoffmarkt, und trotzdem will jeder dabei sein. Unser stärkster Antrieb ist unser Wille, etwas zu verändern. Die Idee einer in Bayern hergestellten Tiefenpumpe ist da – es ist nur eine Frage der Zeit, dass Unternehmen diesen Markt angehen.
11Welchen Beitrag kann Geothermie zum europäischen „Green Deal“ leisten?
Einen großen. Die Geothermie wird in ganz Europa als schnellster und effektivster Hebel angesehen, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung insbesondere in Ballungsräumen zu erreichen. Die Geothermie hat eine große Zukunft vor sich – man muss sie nur lassen.
1Die Stadtwerke München haben schon vor Jahren das Ziel ausgerufen, München bis 2040 nahezu CO2-frei mit Wärme zu beliefern. Auch die Erdwärme Grünwald hat in acht Jahren das Grünwalder Fernwärmenetz hochgezogen. Kommen starke Energieversorger nicht alleine klar?
München allein ist natürlich noch kein nachhaltiger Geothermiemarkt in Deutschland. Wir Mitglieder der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ wollen allen Stadtwerken und Kommunen in Deutschland ans Herz legen, die Geothermie als unerschöpfliche Wärmebezugsquelle zu prüfen. Mit der Größe des Marktes steigt auch die Zuverlässigkeit und Stabilität der Lieferprozesse. Und was bereits bestehende Geothermie-Unternehmen angeht, sind Vernetzung und Partnerschaften der Weg zum Erfolg. Wenn die Idee der Vernetzung von Fernwärmenetzen weitere Früchte trägt, werden wir mit Geothermie eine nachhaltige Lösung zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten.
2Wie steht das Bayerische Wirtschaftsministerium zur Initiative „Wärmewende durch Geothermie“?
Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich im Oktober 2019 öffentlich zu einem Masterplan Geothermie für Bayern bekannt. Wir stehen mit ihm und seinen Fachabteilungen im Ministerium in einem intensiven Dialog. Gemeinsam setzen wir auf ein fundiertes Konzept für den Geothermie-Standort Bayern, das von den Fachleuten der Ressorts mitgetragen wird, um dann in der Politik diskutiert zu werden.
3Zu Tiefengeothermie findet man auch Stichworte wie Mikrobeben und Fracking. Was ist dazu zu sagen?
Keine Energieerzeugungsform ist gänzlich ohne Auswirkungen auf die Umgebung. Doch die Geothermie ist nachweislich die schonendste Form der Erneuerbaren Energien, sie ist hocheffizient und unerschöpflich, liefert Wertschöpfung vor Ort, sorgt für deutlich sauberere Luft und ist absolut krisenfest. Geothermische Aktivität kann mikroseismische Ereignisse hervorrufen. Diese werden von seismographischen Messinstrumenten aufgezeichnet, sind für Menschen aber kaum wahrnehmbar. Schäden sind bisher keine aufgetreten. Zudem unterstützen die Geothermie-Unternehmen aus eigenem Antrieb seit vielen Jahren die Wissenschaft, um im Bereich mikroseismischer Ereignisse noch bessere Erkenntnisse für einen jederzeit sicheren Betrieb zu erhalten. Was die petrothermale Geothermie angeht, sind weitere Forschungsarbeiten notwendig, um Erdwärme sicher, schonend und wirtschaftlich zu nutzen.
4Es gibt Kommunen, da wollten die Menschen vor Ort keine Geothermie, zum Beispiel in Puchheim, in Mauerstetten oder in der Südpfalz. Verstehen Sie, wenn Bürgerinnen und Bürger sich gegen die Geothermie entscheiden?
Kommunikation ist einer der Schlüssel, um der Geothermie zum Erfolg zu verhelfen. Viele Menschen wissen heute noch zu wenig von der Wärmeenergie, die zu unseren Füßen schlummert. Deshalb gehen wir ja mit der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ in die Öffentlichkeit und streben auch eine deutliche Ausweitung der wissenschaftlichen Arbeit zur Geothermie an. Natürlich stehen unsere Geothermie-Anlagen für Führungen und detaillierte Informationsweitergabe offen.
5Was können wir in puncto Geothermie von den Niederländern lernen? Und was von den Schweizern?
Die Niederlande haben sich zum Ziel gesetzt, die Gasförderung sehr schnell einzustellen. In den Niederlanden gibt es daher einen Plan über 700 Bohrdubletten, also mit je zwei Bohrungen. Die niederländische Politik hat ihren Masterplan innerhalb von zwei Jahren erarbeitet und verabschiedet. Auch in der Schweiz geht es voran: Da wird mit dem CO2-Bonus und speziellen, auf die Nutzung der Tiefen Geothermie abgestellten Förderinstrumenten der gesellschaftliche Wandel vollzogen. Viele positive Beispiele gibt’s auch in Frankreich, in Italien und in der Türkei. Schauen wir auf die positiven Beispiele der Geothermie und machen wir selbst bei uns Tempo!
6Alle Welt sagt: Das große Thema Klimaschutz ist weiter ganz oben auf der Tagesordnung. Was wünschen sich die Mitglieder der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ jetzt von der Politik?
Wir wünschen uns im Sinne der Allgemeinheit ein großes Loslassen von der „fossilen Welt“ und die Fokussierung auf die Optionen, die wir selbst in der Hand haben, mit eigener Wertschöpfung und ohne Abhängigkeit von anderen Staaten. Wir brauchen den Mut zu disruptivem Denken und Handeln – denn beim Klima geht es um etwas weltumspannend Großes, da hilft kein Kleinklein. Wir sagen im Dialog mit der Politik: Nutzt die Chance, die unter Euren Füßen schlummert. Schafft damit zukunftsfähige Rahmenbedingungen. Tragt das Thema CO2 in alle Lebensbereiche und bonifiziert die, die CO2 einsparen. Es ist eigentlich ganz einfach.
7Quo vadis Geothermie in Deutschland?
Geothermie in all ihren Formen ist auf mindestens 80% des Bundesgebiets möglich, und die Geothermie kann in Deutschland im Endausbau voraussichtlich bis zu 50% des Wärmebedarfs decken. Dazu muss es einen Masterplan geben, der Teilziele und Etappen definiert. Es liegt definitiv nicht an der Energiequelle, sondern an unserem Willen, die Sache anzupacken. Erdwärme gibt es schon seit dem ersten Tag der Welt und wird es auch bis zum letzten Tag geben.
8Was wäre aus Sicht der Mitglieder der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ der worst case für die Wärmewende in Deutschland? Und welches der best case?
Der worst case wäre das Beharren auf der fossilen Welt, das Akzeptieren massiver Umweltveränderungen und ein Sich-ergeben in die Strafzahlungen nach Brüssel. Alles andere ist besser als das! Der best case ist: nicht träumen, sondern machen. Packen wir die Wärmewende durch Geothermie an, und Deutschland entdeckt die Wärmedrehscheibe.
9Deutschland hat seit 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft. Haben die Politiker jetzt in Berlin nicht andere Sorgen als die Geothermie?
Ja, es gibt viele wichtige Themen, die in Europa anstehen. Die Wärmewende ist eines davon – und die Geothermie bietet die Lösung. Es gibt schon viele schöne Beispiele dafür, wo aus Deutschland kommend weltweit Nachfrage entsteht: Denken wir nur an das gute deutsche Bier oder die deutschen Autos.
10Wie ist die Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ organisiert?
Wir sind zwölf Geothermie-Unternehmen: Kommunale und privatwirtschaftliche Energieversorger, die seit Jahren Fernwärme aus Tiefengeothermie an unsere Kunden liefern. Wir sehen jetzt die Chance, das Potenzial der Geothermie für die Wärmewende in ganz Deutschland zu nutzen. Daher haben wir uns zusammengeschlossen in der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“. Unterstützt werden wir dabei von Unternehmen der Bau- und Zulieferindustrie, von Verbänden und vom Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG. Wir sind offen für weitere Mitglieder. Jedes Mitglied trägt aus seinem Erfahrungs- und Wissenshorizont inhaltlich zur Arbeit der Initiative bei. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt. Gemeinsamkeit macht stark. Je mehr Geothermie-Unternehmen, relevante Verbände und weitere Multiplikatoren mit an Bord sind, desto schlagkräftiger wird die Initiative. Eine Fortsetzung der Initiative über 2020 hinaus ist geplant.